Tod von Kindern

 

Unerschöpflich – die TRAUER
Unerschöpflich – die TRÄNEN

Trauer bewältigen können nur diejenigen, die am Rande stehen, die externen Beobachter. Die Trauernden hingegen, die Betroffenen, können nie bewältigen, sondern nur lernen, mit der Traurigkeit zu leben. 
ღ Petra Franziska Killinger


Der Tod macht sprachlos. Wenn ein Kind stirbt, zerstört dies nicht nur unsere Hoffnungen und Träume für die Zukunft, sondern zwingt uns zugleich, uns einem Ereignis zu stellen, dass wir nicht zu akzeptieren bereit sind. Man ist wie aus der Welt gefallen, man gehört nicht mehr dazu...

Ein Mann beschrieb die Trauer einmal so:

Du wirst merken, dass die Trauer in Wellen kommt. Wenn das Schiff sinkt, ertrinkst du, überall um dich herum sind Wrackteile. Alles um dich herum erinnert dich an die Schönheit und die Herrlichkeit dieses Schiffes, das es jetzt nicht mehr gibt. Und alles was du tun kannst, ist, an der Oberfläche zu treiben. Du findest ein Wrackteil und hältst dich eine Weile daran fest. Vielleicht ist es ein Gegenstand. Vielleicht ist es eine glückliche Erinnerung oder ein Foto. Vielleicht ist es ein Mensch, der auch treibt. Für einige Zeit kannst du nichts anderes tun, als zu treiben und am Leben zu bleiben.

Am Anfang sind die Wellen 30 Meter hoch und stürzen gnadenlos über dich herein. Sie kommen im Abstand von zehn Sekunden und lassen dir keine Zeit um Luft zu holen. Alles was du tun kannst, ist, dich weiter festzuhalten und zu treiben. Nach einer Weile, vielleicht nach Wochen, sind die Wellen noch immer 30 Meter hoch, aber die Abstände zwischen ihnen werden grösser. Wenn sie kommen, stürzen sie trotzdem über dich herein und nehmen alles mit sich. Aber zwischen den Wellen findet das Leben statt.

Irgendwann, und es dauert bei jedem unterschiedlich lang, werden die Wellen nur noch 24 Meter oder 15 Meter hoch sein. Und obwohl sie immer noch kommen, vergrössert sich der Abstand zwischen ihnen. Aber du siehst sie jetzt im voraus kommen, z.B. an Familienfeiern, zu Weihnachten, an Geburtstagen, zu Gedenktagen. Du siehst sie kommen und kannst dich meistens vorbereiten. Und wenn sie über dich hinwegspülten, weisst du, dass du irgendwie auf der anderen Seite wieder auftauchen wirst. Triefend nass, an ein winziges Stück eines Wrackteils geklammert, aber du wirst wieder auftauchen.

Glaube den Worten eines alten Mannes, die Wellen werden nie aufhören und du willst das auch nicht, aber du wirst lernen, sie zu überleben...

(Verfasser mir unbekannt)